Heute haben Tobias und ich uns aufgemacht die Veranstaltung IT Profits zu besuchen. Um 8:30 Uhr ging es los. Über 100 Vorträge und 160 Aussteller standen auf dem Plan. Also flux die Verteilung vorgenommen und die Vorträge rausgesucht. Jede Menge Holz für einen Tag. Ob wir es schaffen das abzuarbeiten?
Kurz nach 9:00 Uhr waren wir dann da und schauten etwas verwundert drein. 160 Aussteller in einem Raum? mit einer Bühne? hmhm. Aber es kann ja noch werden. Schließlich gibt es ja die Vorträge.
Los ging es mit:
Fazit: Es war ein sehr schwerer Beginn. Dass ordentliche Fotos auf die Webseite gehören und wie man mit Kunden kommuniziert, das wusste ich irgendwie. Aber wo waren die Insights? Die geheimen Tipps? Wo war die Moderation? Das überaschende Moment.
Fachbesucher mögen Information, wegen mir garniert mit ein wenig Werbung. Mit diesem Track wurde ich nicht glücklich.
Also ab ins Marshall Haus zur
Lomb.
11.10-11.40 Uhr
Thorsten Sprengel, SEO-Experte bei der internetwarriors GmbH „Suchmaschinenmarketing unter besonderer Berücksichtigung lokaler Aspekte“
“Monatlich bestellen 500.000 Menschen Ihre Pizza online, 2,6 Millionen suchen regionale Informationen auf Berlin.de, ca. 30% aller Suchanfragen in Deutschland haben einen lokalen Bezug; Tendenz steigend. Lokale Online Werbung steigert Geschäfts- und Filialumsätze. Studien bestätigen diese These. Findet man Ihre Website online? Lassen Sie Ihre Kunden mithilfe von Adwords, dem Store Locator auf Google Maps und lokalen Branchencentern wie Google Places davon profitieren.”
Klingt doch spannend. Also nix wie rein da. 30 Minuten voller Insights. Der Vortrag war noch ca. 7 Minuten beendet. ca. 120 Fachbesucher schauten sich fragend an. Was schon vorbei? Herr Sprengel verwies freundlich auf den Stand der Internet Warriors wo man sämtliche Insights bekommt. Der Inhalt des Vortrages war mit dem obenaufgeführten Abstract schon wiedergegeben.
Credo: >>>Lokales Online Marketing ist wichtig>>>>>seien Sie bei Google Places>>>bewerben Sie ihr Angebot lokal>>>>.
Also wieder meine Koffer gepackt und zurück in die Halle 7.2. diesmal dran:
11.30-11.40 Uhr Online and Social Media Marketing für KMUs: Die ultimative Must-Do-Checkliste!
AC Coppens THE MARKETING CATALYSTS
Kurz zusammengefasst, nutzen Sie Keywords, benennen Sie ihre Seiten richtig, nutzen Sie Facebook…..etc. Denn Sie müssen in Google gefunden werden.
Ich hatte die Nase voll. Google, Twitter, Facebook, das sollen die Insights sein? Was erwartet der Fachbesucher von so einer Messe? Warum werden einem die Karten hinterhergeschmissen? warum muss ich mich für jede Halle extra registrieren?
Klar wir haben eine Wirtschaftskrise. Jeder will verkaufen. Also ab mit einem Stand auf eine Messe. Im Gespräch mit den ersten Verbänden wird klar: wird man bei denen Mitglied, bekommt man Rabatt auf den Messestand. Also so läuft das Networking. Ich entschied meine Zeit mit etwas Sinnvollem zu verbringen. Ich kam bei O’Reilly vorbei und kaufte zwei Bücher.
Auf meinem Weg zurück meine ersten echten Insights.
- Auf Platz 1 der schlimmsten Ängste der Menschen steht: Vor einer Gruppe reden!
- Sich das Publikum nackt vorstellen hilft nicht, die Aufregung zu bändigen.
- Perfektion eines Vortrages ist langweilig und als Ziel nicht erstrebenswert.
- Zufälliges Missgeschick erhöht die mediale Verbreitung, daher cool damit umgehen.
- Die Leute wollen unterhalten werden.
- Die Gefahr geht von der Menge aus. Die Bühne ist safe. Notausgänge sind leicht erreichbar und normalerweise stirbt man nicht. (Gladiatoren in Rom sind davon ausgenommen).
- Angst und Glück sind nah bei einander und geben uns Kraft. Nutzen Sie die Energie des Körpers. Nach dem Lampenfieber können Sie abends in Ruhe den Truthahn verspeisen,
- Der Redner ist dem Publikum immer voraus, er weiss was kommt und hat normalerweise keinen direkten Feind als Vortragssaboteur.
- Wir reden sowieso täglich öffentlich. Wenn wir das erkennen, dann sinken auch unsere Hemmungen.
In beiden Büchern steckt sicher noch mehr Würze. Liebe Vortragenden, kaufen Sie sich die Bücher und vor allem unterhalten Sie uns Besucher. Dann sind wir auch eher in Käuferlaune. Trotz Wirtschaftskrise.
Fazit: Statt bis 18:00 Uhr zu bleiben, war ich bereits um 13:00 Uhr zu Hause angelangt. Der Preis der Veranstaltung war mit 38,-€ reichlich bemessen. Die Anzahl der Aussteller niemals 160. Die über 100 Fachvorträge waren sicher nur 10-15. Der Rest davon ein wenig Produktwerbung. Das kommt sicher auch davon, dass Vorträge neuerdings im Paket mit einem Stand verkauft werden. Ob das hier so war kann ich nicht 100% sagen, gefühlt jedenfalls war es so. Aber ich habe zwei wunderbare Bücher gefunden, die mich sicher noch ein wenig erheitern werden.
Da ich etwas enttäuscht vom Angebot war, biete ich der Messe gern an in diesem oder kommenden Jahr einen spannenden Vortrag zu halten. Bis die Einladung eintrifft studiere ich die Bücher um auf die Manege vorbereitet zu sein.