SchaltHits: Hört mehr Afrika!

Eine Afrika-Hitliste gab es bereits in diesem Blog. Allerdings musste ich hinterher feststellen, dass die Lieder zwar vom Kontinent der Wüsten und Savannen handeln, jedoch stammte kein einziger Titel aus Afrika. Diesem Makel sollte beizukommen sein – mit einer neuen Liste!

Den Auftakt und den Abgesang dieser Playlist macht Youssou N’Dour, der Superstar aus dem Senegal, der schon öfters die Ohren der westlichen Hemisphäre mit seinen musikalischen Weisen beschenkte. Vor allem durch gelungene Kollaborationen mit bekannten Popstars erklomm er mehrmals besuchsweise den Popolymp. Wir listen seine zwei größten Erfolge.

Mory Kanté konnte mit seinem Hit “Yéké yéké” Ende der 80er Jahre einen richtigen Smasher in die weltweiten Charts drücken. “Yéké yéké” dudelte bald aus jedem Kofferradio und bildete den Höhepunkt der sogenannten Ethno-Pop-Welle. Auch wenn diesmal wirklich niemand verstand, worum es eigentlich ging, zumindest den Refrain konnte jeder mitsingen: Yéké yéké.

Der britische Sänger Seal (Seal Henry Olusegun Olumide Adelo Samuel) ist das Kind nigerianischer und brasilianischer Vorfahren. Bekannt wurde Seal als Sänger von Adamskis rockigem Acid-Kracher “Killer”. Der ebenfalls elektronisch bearbeitete Pophit “Crazy” erschien schon unter eigenem Namen.

Ebenfalls ein Superstar ist der Erfinder des Afrobeat: der nigerianische Musiker Fela Kuti. Kuti vermischte als erstes Jazz mit afrikanischen Elementen. Bei seinem Besuch in den USA kam er nicht nur in Berührung mit den angesagtesten schwarzen Musikern (James Brown, Miles Davis, Sly Stone), sondern auch mit dem gerade aufblühenden politischen Selbstbewusstsein der schwarzen Bevölkerungsgruppe (“Say it loud, I’m black and I’m proud!”). Sein Sohn Femi Kuti führt die Tradition des Vaters seit dessen Tod 1997 fort.

Miriam Makebas Stimme brachte sie mit den Großen dieser Welt zusammen: Harry Bellafonte, John F. Kennedy, Paul Simon und Nelson Mandela. Der hier aufgelistete Song vereint die Stimmen von Mutter und Tochter, der früh verstorbenen Bongi Makeba.

Der nigerianische Schlagzeuger Tony Allen, Miterfinder des Afrobeat und des Afrofunk, konnte von Damon Albarn als Drummer für dessen neue Band The Good, The Bad & The Queen gewonnen werden, was diese britische Band für unsere SchaltHits qualifiziert.

  1. Youssou N’Dour [Senegal] & Peter Gabriel: Shaking The Tree
  2. Mory Kanté [Guinea]: Yéké Yéké
  3. Seal [Nigeria]: Crazy
  4. Fela Kuti [Nigeria]: My Lady Frustration
  5. Miriam & Bongi Makeba [Südafrika]: Do You Remember Malcom?
  6. Solomon Linda [Südafrika]: Mbube / The Lion Sleeps Tonight
  7. Fela Kuti: Let’s Start
  8. Femi Kuti [Nigeria]: Dem Bobo
  9. The Good, The Bad & The Queen: Green Fields
  10. Youssou N’Dour & Neneh Cherry: Seven Seconds

Foto: Marc Reichow (flickr)
Text: Alexander Fromm

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