Werben mit Verben

Google hat es vorgemacht. Neben einem neuen Hauptwort – dem Eigennamen – kam mit der Internet-Suchmaschine auch ein neues Tätigkeitswort auf: to google. Die Dudenredaktion, eigentlich Gralswächter zur Reinerhaltung der deutschen Sprache, übernahm das Verb googeln 2004 ganz offiziell in die 23. Auflage. Und das bei einem Wort mit einer so offensichtlichen englischen Schreibweise. Verschwörungstheoretiker (23. Auflage!) mögen jetzt argwöhnen, dass Google womöglich plant, die sprachliche Weltherrschaft an sich zu reißen.
Werbefuzzis, PR-Agenten und Marketingexperten hingegen hat das Beispiel Google ein neues Marktsegment aufgezeigt: Das Werben mit Verben. Hehres Ziel ist die Etablierung eines völlig neuen Verbs, kreiert aus dem Wortstamm des Firmennamens. Der Markenname wird dadurch flexibler verwendbar und liefert zeitgleich eine exklusive Aktivität. Googeln bedeutet demnach mithilfe von Google das Internet durchsuchen und flickern ist das Hochladen von Fotos auf die Bilderplattform Flickr.
Der Handyhersteller Sony Ericsson sucht derzeit noch nach einem aussprechbaren Tätigkeitswort, denn in der aktuellen Verbe-Kampagne wurde das Verb clevererweise ausgelassen und durch das Firmenlogo (Key Visual) ersetzt. Der Rezipient, also der Leser, wird dazu angehalten, sich selbst ein Wort auszudenken und es gedanklich anstelle des Platzhalterlogos einzufügen. Mein Vorschlag wäre Soneriksen – aufgrund einer vereinfachten Schreibweise mit k und ohne y und zweites s: ich sonerikse, du sonerikst, er/sie/es sonerikt, wir soneriksen, ihr sonerikst, sie soneriksen. Im Folgenden gibt es hier noch weitere Werbeverben, die bei Bedarf kostenlos verwendet werden dürfen:
- Amazon – amazonen, amazieren
- Ebay – ebayn (ich ebaye, du ebayst usw.)
- MySpace – myspacen
- Sevenload – sevenloaden
- StudiVZ – studivizieren
- Wikipedia – wikipedieren
- Yahoo – yahoochen (Yahoo + suchen)
- YouTube – youtuben
- Xing – (fröhlich sein und) xingen
Weitere Ideen sind gern willkommen.
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Text: Walter Schalter












