Videoplattformen (3): Sevenload
Link: sevenload.com
Nachdem wir an dieser Stelle bereits das Maßstäbe setzende Videoportal “YouTube – Broadcast Yourself” und das christliche Derivat “GodTube – Broadcast Him” vorgestellt haben, geht es weiter mit dem deutschen Abkömmling Sevenload. Sevenload ist mit seinem Angebot an Videos UND Fotos eine nahe liegende Kombination von YouTube und der Bilderplattform Flickr.
Sevenload ging im April 2006 ans Netz und hat sich seitdem ordentlich entwickelt. Mittlerweile bekommt die Seite finanzielle Unterstützung von der Burda Digital Ventures, einer Tochter der Burda Media. Die Jungs von Gründerszene.de waren auf Zack und haben den Chief Technical Officer (CTO) von Sevenload, Ibrahim “Ibo” Evsan, bereits im August 2006 interviewt. Das rund zwanzigminütige Interview gibt es – o wie passend – bei Sevenload. Wir haben uns das Video schon mal angeschaut und den Screen leserfreundlich in diesen Beitrag eingebettet.
Die Idee zu diesem Videoportal ist Ibo zufolge angeblich älter noch als YouTube. Ibo kann bereits auf eine zehnjährige Erfahrung mit dem Internet und damit verbundenen Überlegungen eines Video-On-Demand-Dienstes verweisen. Bei der RWE war er Projektleiter für Video-On-Demand. Dabei kam ihm die Idee, das doch mal mit privaten Videos zu versuchen:
“Es gab noch nicht mal Youtube, das ist wirklich wahr. Als Youtube dann rausgekommen ist, haben die uns einen Schritt sogar weitergebracht.”
Das Zauberwort lautet Flash. Ursprünglich wollten Ibo und sein Team den MediaPlayer von Microsoft verwenden. Im Frühjahr 2006 ging Sevenload dann online. Da das Team aus sieben Leuten besteht, dachte ich spontan, ach daher der Name Bratkartoffel, doch dem ist nicht so. Sevenload soll zum Einen die positiven Assoziationen wecken, mit der die Zahl Sieben im kollektiven Gedächtnis verknüpft ist (Die sieben Zwerge, Die sieben Schwäne, Pro7, 7up, L7 usw.). Zum Anderen soll das Suffix “load” an Download bzw. Upload erinnern.
Lobenswert ist das klar strukturierte Erscheinungsbild der Webpräsenz. Es macht Spaß durch die Seiten zu manövrieren. Zum Abgewöhnen bzw. zum Nicht-erst-angewöhnen finde ich die exklusiven Channel wie AlexTV (Anmoderation: “Wie immer so auch dieses Mal wieder…”), Girls Breakfast, Buschka entdeckt Deutschland und Mindtime zur Primetime mit Showmaster 2.0 Rob Vegas. Aber vielleicht gehöre ich ja auch nicht zur Zielgruppe, die ich im Alter um die 20 Jahre einordnen würde. Vor allem die 50. Ausgabe von Primetime, bei der sich Rob Vegas in der Autowaschanlage rasiert, war der reinste Nerv. Jeder zweite Satz war “Freunde! Alles im Auge!”.
Schön ist es, dass Sevenload mit seiner Dreisprachigkeit (Deutsch, Englisch und Türkisch) seinen Heimvorteil voll ausspielen kann und durch den Deutsch-Boom in Ost- und Südosteuropa (Ungarn, Rumänien, Bulgarien) vermutlich weitere Wachstumschancen auf dem europäischen Markt bestehen.
weiterführende Links:
- Ibrahim Evsan: Warum der Name Sevenload?
- Ibo Evsan im Interview auf gruenderszene.de
Text: Walter Schalter
Quelle: Sevenload/Gründerszene.de













Am 3. September 2010 um 23:06 Uhr
Am 3. September 2010 um 23:06 Uhr