Von der Apfel-Muse geküsst
Die süßesten Früchte aus den Gärten der Welt haben schon viele inspiriert. Besonders häufig wird der Apfel genannt. Bekanntlich verführte Eva Adam mit einem Apfel vom Baum der Erkenntnis. Wilhelm Tell soll mit einer Armbrust seinem Sohn einen Apfel vom Kopf geschossen haben. Für Apple Records und Apple Computers ist er ein unverzichtbares Markenzeichen, als Paradies- oder als Zankapfel ist er sprichwörtlich. Symbolisch steht die Frucht mit der Fruchtbarkeit in Verbindung.
Entrepreneurin Caty Schernus ließ sich bei ihrer Geschäftsidee ebenfalls von diesem Kulturobst inspirieren. Sie eröffnete am 1. September 2007 ihre Apfelgalerie in der Goltzstraße 3 in Berlin-Schöneberg. Das Konzept ist schnell durchschaut: Im Laden werden vorrangig Äpfel aller möglichen und unmöglichen Sorten verkauft. Über den rot-gelb-grün leuchtenden Obstkisten hängen Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen diverser Künstler.
Zur Eröffnung waren es vor allem die Bilder des Eisenhüttenstädter Künstlers Matthias Steier, der sich seit vielen Jahren immer mal wieder – wie passend – mit dem Apfelmotiv beschäftigt (z.B. “Apfelschimmel”). Ein Gemälde stammt jeweils von Irmgard Hofmann (“Schwein an der Tränke”) und von Daniel Sandke (“Made in Universe” – siehe unten), beides Künstler aus Frankfurt (Oder). Alle ausgestellten Bilder stehen zum Verkauf.
Zum umfangreichen Sortiment der Apfelgalerie gehören neben den handelsüblichen Apfelsorten saisonal auch alte, längst vergessene Sorten. Zur Eröffnung konnten die Kunden in einer kleinen Apfelschau die verschiedenen Sorten bestaunen wie zum Beispiel Musikdirektor Riedel, Schöner von Herrnhut, Horneburger Pfannkuchenapfel, Sondergleichen, Hasenkopf, Schafsnase, Gascoynes Scharlachroter, Uhlhorns Augustcalville, Oldenburg, Ingrid Marie, Kaschaker, Cox Orange, Ellison Orange, Wintergoldparmäne, … “Oft sind alte Apfelsorten nicht zur Lagerung geeignet oder sehen nicht so gut aus wie sie schmecken”, erfährt der interessierte Kunde vor Ort.
Alle Äpfel kommen vom 50 Hektar großen Obstgut Nuhnenvorwerk in Frankfurt (Oder) und stammen aus kontrollierter Integrierter Produktion. Der Obsthof verfügt über einen Sortengarten mit rund 200 verschiedenen alten Apfelsorten. In der Apfelgalerie kann man getrost Äpfel mit Birnen vergleichen, denn diese gehören ebenfalls zum Sortiment. Ebenso Pflaumen, Kartoffeln und Obstsäfte (100% Saft), saisonal auch Erdbeeren, Spargel und Kirschen.
weiterführende Links:
- Apfelgalerie: www.apfelgalerie.de
- Flickr-Bilder aus der Apfelgalerie
- Wikihüttenstadt: Matthias Steier
Text+Fotos: Alexander Fromm
















Am 5. September 2007 um 12:20 Uhr
Am 26. September 2007 um 13:32 Uhr
Die Tageszeitung taz hat der Apfelgalerie auch schon einen Besuch abgestattet und daraufhin die Schlussfolgerung gezogen: Esst mehr Schafsnasen!.
Jawohl! Und sprecht mehr Kaschubisch!