Die Zukunft steht hier!

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The Future is Unwritten. Die Zukunft ist ungeschrieben. So war der Titel eines sehenswerten Films über Joe Strummer von The Clash im vergangenen Jahr. Doch das ist bereits beschriebene Vergangenheit, hier soll es um die Vorwegnahme der Zukunft gehen. Die Kenntnis von dem, was da kommen möge, hat die Menschen immer schon fasziniert. Die einen bemühen Wahrsager und Astrologen, die anderen verlassen sich auf die Prognosen und Szenarien der Futurologen.

Die aktuelle Ausgabe der Technology Review (01/2008) widmet sich der Zukunftsforschung, auch Futurologie genannt: “So wird 2018″. Entsprechend der Titelseite werden zehn Prognosen in die Zukunft gewagt. Was passiert, wenn die bestehenden Trends um zehn Jahre fortgeführt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf technologischen Errungenschaften. Doch aufgepasst: Es handelt sich hierbei um ein Gedankenexperiment, alle Angaben sind ohne Gewähr!

1. Rechenleistung überall
Moore’s Law, das die Verdopplung der Chipleistung alle ein bis zwei Jahre voraussagt, führt die Rechentechnik an ihre Grenzen. Quantencomputer mit einer enormen Rechenkapazität stehen billigen Chips in Wegwerfartikeln, Bekleidung und Bahntickets gegenüber.

2. Breitband für alle
Die Übertragungsgeschwindigkeiten von VDSL- und Mobilfunknetz betragen 100 Megabit pro Sekunde. Damit ist sowohl digitales Fernsehen in einer hohen Auflösung möglich als auch “Software as a Service”. Mobile Minicomputer mit geringer Speicherkapazität beziehen die benötigten Anwendungen direkt aus dem Netz und speichern sie auch dort ab.

3. Abschied vom Festnetz
Das althergebrachte Festnetz geht endgültig ins Museum, wo schon Wählscheibe und Telegramm warten. Die Kommunikation findet nur noch über Flatrate-Angebote statt, die Telefonieren, Surfen und digitales Fernsehen in einem Paket anbieten.

4. Rollende Roboter
In den verschiedensten Bereichen sind Pflege-, Service- und Spielzeugroboter im Einsatz. Autos agieren hingegen semi-autonom, da die Fahrzeughalter nicht die komplette Kontrolle an eine Maschine abgeben wollen. Unklar ist auch, wer im Falle eines Unfalls haftet.

5. Fab it yourself
3D-Drucker sind inzwischen so billig geworden, dass jeder seine eigenen digitalen Entwürfe als greifbare Produkte fabrizieren kann. Der “Homo-Fabber” bedient sich sowohl aus selbstgestrickten als auch illegal kopierten Konstruktionsdaten. Die produktpiraterie bekommt eine neue Dimension.

6. Nano allerorten
Aus Mini und Mikro wird jetzt Nano. Der Trend zum Minimieren erreicht die submikrokospische Nano-Ebene: Solarzellen zum Aufsprühen, Insulin aus der eingepflanzten Minifabrik, Diagnoseroboter in der Blutbahn. Teilweise sind Nano und Bio nicht mehr zu unterscheiden, der Mensch wird schrittweise zur Menschmaschine.

7. Die neuen Mittelschichten
Die aufstrebenden und bevölkerungsreichen Nationen China und Indien haben Teil am steigenden Wohlstand und kopieren den westlichen Lebensstil. Eine ungeahnte Nachfrage an Fahrzeugen, Kühlschränken, Klimaanlagen, Fernsehgeräten etc. wird mittlerweile von eigenen Herstellerfirmen befriedigt, die den westlichen Unternehmen auch auf deren Heimatmärkten Konkurrenz machen. Globalisierung schreitet voran.

8. Hunger nach Energie
Der Weltverbrauch an Energieträgern hat zugenommen, vor allem China hat einen Heißhunger auf Erdöl und Kohle. Das bei der Verbrennung von Steinkohle freigesetzte CO² wird eingelagert (“Carbon Capture & Storage”). Diese Prognose hält der Autor für höchst fragwürdig.

9. Die letzten Reserven
Als Ergebnis von 8. müssen neue Energiequellen ausfindig gemacht und ausgebeutet werden. Erneuerbare Energie sind ebenso gefragt wie alternative Energieträger, z.B. Ölsande und Ölschiefer.

10. Vergreiste Babyboomer
Durch lebensverlängernde Maßnahmen bei gleichzeitigem Geburtenrückgang nimmt der Anteil der Senioren und Hochbetagten an der Gesamtbevölkerung weiter zu. Betrug der Anteil der über 95jährigen 2007 noch 165.000, so werden für 2018 186.000 prognostiziert.

Darüber hinaus gibt es ein paar Prognosen auf Wiedervorlage, zum Aufheben und Abheften. So soll der Marktanteil von MS Windows auf unter 50 Prozent rutschen, Breitbandkapazitäten liegen bei knapp unter 10.000 Mbit/s und RFID-basierte Funketiketten sind auf jedem Produkt vertreten so wie heutzutage der Strichkode.

Linktipp: Die Technology Timeline 2006-2051 der British Telecom. Anhand verschiedener Zeitstrahlen kann hier ein Blick in die ferne Zukunft getan werden. (auf Englisch)

Foto: Broiler (c) aboutpixel.de

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