Wimax soll die Welt zum Hotspot machen

Wimax - Die Rückkehr der Antenne

Wer meint, im Äther sei kein Platz mehr frei, der irrt. Neben TV- und Satellitensignalen, CB-, Rund-, und Mobilfunk wird es einen Neuzugang geben. Wenn es nach einem Konsortium unter maßgeblicher Beteiligung von Intel geht, kommt demnächst flächendeckend eine neue funky Frequenzfamilie hinzu.

Gemeint ist das erst entstehende Funknetz von WiMAX. Wimax steht für Worldwide Interoperability for Microwave Access und ist – vereinfacht gesagt – eine Weiterentwicklung des W-Lans, funktioniert jedoch mit einer prognostizierten Übertragungskapazität von 100 Mbit/Sek und mit einer sagenhaften Reichweite von 50 Kilometern auch jenseits der Grundstücksgrenze.

In der Praxis bedeutet Wimax kabellose Breitband-Internet-Anschlüsse in jeder größeren Stadt und vor allem in weitläufig zersiedelten Vorstädten und ländlichen Gegenden. Damit dringt das neue Funknetz in das bisherige Hoheitsgebiet von DSL und UMTS vor, doch das Ziel ist weitaus anspruchsvoller. Es geht um die Bereitstellung eines allgegenwertigen Internets, die bewohnte Welt soll zum gigantischen Hotspot werden. Alles, was man dazu braucht, ist eine Art Antenne für den Laptop.

Interessant ist Wimax vor allem für zersiedelte Nationen wie die USA oder auch Staaten mit kaum vorhandener Festnetz-Infrastruktur. Vor kurzem nun gab der US-amerikanische Mobilfunker Sprint Nextel seinen Einstieg beim Internetanbieter Clearwire bekannt. Beide Firmen wollen ihre Wimax-Bestrebungen bündeln und in einem Konsortium mit anderen Firmen den Markt für Hochgeschwindigkeitsinternet aufmischen. Mit an Bord sind der Chiphersteller Intel (Investition: 1 Mrd. Dollar), der Kabelkonzern Comcast (1 Mrd.), der Medienkonzern Time-Warner (550 Mio.) sowie Google (500 Mill.) und die Kabelgesellschaft Bright House Networks (100 Mill.). Macht zusammen 3,2 Mrd. Dollar Projektmittel.

Bei so viel Vertrauen in die Technik treten auch Kritiker auf den Plan, die eine solch riesige Investition in die Zukunft für eine Luftnummer halten. Bisher fehlen Erfahrungen für einen flächenmäßigen Einsatz der Wimax-Technik, allerdings würde man diese mit der Durchsetzung des Projektes ja zwangsläufig machen. Fraglich ist auch der zeitliche Horizont der Unternehmung, denn es müssen neue Sendeantennen aufgestellt werden, die das Signal zum Endverbraucher und wieder zurück transportieren.

Vor kurzem bekundete die Deutsche Telekom AG Interesse an einer Übernahme von Sprint Nextel. Damit würde nicht nur der größte Telefonanbieter der USA entstehen, sondern mit dem erworbenen Wissen können in Zukunft die Märkte erobert werden, wo bisher noch keine eigene Infrastruktur vorhanden ist. Der Wolf im Schafspelz hat jedoch auch das Potential zum Boomerang. Denn in den meisten Ländern Europas ist die Deutsche Telekom meistens das Schaf, an dem sich Wölfe wie z.B. die Deutsche Breitband Dienste GmbH, Arcor oder die Transkom gerne laben würden.

Na dann guten Appetit!

Foto: Alexander Fromm

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