Video kills the radio star ISP-Business
Man kann diesen kleinen Filmchen ja vieles nachsagen. Sie hätten das Radio zerstört. Sie seien meistens unrechtmäßig erworben und werden illegal weiterverbreitet. Ihre “Halbwertszeit“ ist in etwa so lang wie die durchschnittliche Länge eines Bildzeitungs-“Artikels“. Wenn‘ s hoch kommt tauchen sie vielleicht als Haupt- oder Nebenrolle im Anhang einer Büromail (Priorität Niedrig!) auf und gleich darauf wieder ab: Klaus empfiehlt Ihnen -auch noch- dieses Video. Hier Gleich ansehen! „15 minutes of fame” reduziert auf ein „One click wonder“. Soweit so bekannt.

Jetzt aber sollen unsere auf diese Art und Weise „heiß“ geliebten Videoschnipsel auch noch für den Niedergang der klassischen Internet Service Provider verantwortlich sein.
Wir erinnern uns. ISPs, denn ohne die geht’s nun mal nicht, verdienten bisher ganz gut an uns. Jedoch an unseren ungezügelten und datenintensiven Internetkonsum können sie sich nur schwerlich gewöhnen. -Obwohl, was wir uns im Internet ansehen kann denen ja wohl egal sein, meinen wir! (Vergleiche hierzu auch unsere Ansicht zu Online Durchsuchungen: Völlig ok, schließlich hab ich ja nichts zu verbergen.) Unsere Flat-„Rate“ wurde pünktlich zum 1. per Bankeinzug beglichen. Aber weit gefehlt! Mit unserem zunehmenden Datenhunger nach Gigabyte-intensiven Video-Inhalten stellen wir die Service Provider und deren klassisches Business Modell vor große Probleme, heißt in erster Linie, vor große Kosten.
Die Nachfrage steigt. Das bisherige Flat-Fee-Preismodell rechnet sich jedoch nur bei durchschnittlich eher geringer Nutzung und Netzauslastung. Flat-Fee bedeutet aber gerade durch Videos längst nicht mehr „Flat-Traffic“. Die Kosten pro Nutzer erhöhen sich und die zukünftige Nachfrage ist schwer absehbar. Um die Nachfrage decken zu können ist aber vor allem auch eine Erweiterung von Kapazitäten notwendig. Um dies zu bewältigen könnte man z.B. auch auf Glasfaserleitungen umstellen. Doch das wird ebenfalls teuer. Hinzu käme eine Erweiterung von Serviceangeboten und Lieferoptionen. Dabei handelt sich ja eigentlich nur um „Service-Providing“ also Bereitstellung von Dienstleistungen, von Verteilung und „Product Packaging“ und den damit verbundenen Kosten hat keiner was gesagt.
Entscheidende Fragen die ISPs jetzt beantworten müssen sind z.B. Wie können Bereitstellungskosten und Lieferkosten entkoppelt werden? Wie bekommt man das Problem der hohen Verteilungskosten in den Griff?
Für alle, die sich diesen Fragen nähern wollen, bietet sich vielleicht hier die passende, vertiefende, allerdings kostenpflichtige Lektüre zu „Future Broadband Business Models“ an.
Oder aber, wer es dann doch eher mit den Videos hält; die Presidents oder lieber die Buggles?
Es kommentierte Friedrich von Ozelot
Foto: interact images












